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Im Jahr 1897 wurde die Bierbrauerei mit einem Elektrizitätswerk ausgestattet und im Herbst 1899 von der k. k. Bezirkshauptmannschaft abgenommen und kollaudiert.
Grundmerkmale der Anlage:
Abgeleitete Wassermenge aus dem Möltner Bach: 200 lt/sec
Restwassermenge: 60 lt/sec zurück in den Möltner Bach
Länge des Querstollens: ca. 180 m
Fallhöhe: ca. 80 m
Eingangsdruck: 8 bar
Durchmesser Druckrohrleitung: 300 mm
Viele Stahlteile dieser Anlage sind Gussstücke, sie sind heute noch einwandfrei und fehlerlos. Die gesamte Anlage wurde von Beginn an bis zur Schließung der Mälzerei im Jahre 1986 genutzt. Das Elektrizitätswerk in Vilpian war nach dem neuesten Stand der Technik mit einer Turbine der Marke Pelton ausgerüstet. Dieser Turbinentyp wurde nach dem amerikanischen Ingenieur Lester Pelton benannt, der ihn 1880 patentiert hatte.
Bei der Pelton-Turbine strömt Wasser über eine Düse mit hoher Geschwindigkeit auf die Schaufeln des Laufrades. Die Schaufeln sind in zwei Halbschaufeln geteilt, in sogenannte Becher. Dadurch wird die Leistung der einströmenden Wassermenge verbessert.
Der Regelapparat überträgt über die Verbindungsstange einen Impuls an eine Nadel in der Düse, die die Wassermenge und somit den notwendigen Energiebedarf reguliert. Das Schwungrad stellt eine gleichmäßige Drehzahl her. Über die Kupplung wird das Drehmoment an den Generator übertragen. Dort wird die mechanische Energie in elektrische umgewandelt. Damit der Generator funktionieren kann, bedarf es einer eigenen Erregermaschine. Über den Klemmkasten erreicht der erzeugte Strom die Endverbraucher und setzt die Maschinen in Betrieb.
Elektrizität wird durch Umwandlung von Wasserkraft in elektrische Energie erzeugt. Im Elektrizitätswerk der Brauerei und später der Mälzerei wurde bis 1930 Gleichstrom mit einer Leistung von 38 KW erzeugt.
Ab 1930 wurde ein Drehstromgenerator der Firma Elin aus Wien mit einer Leistung von 77 KW eingesetzt.
Der durch den Drehstromgenerator erzeugte Wechselstrom hatte sich nach dem sogenannten Stromstreit zwischen dem Amerikaner Thomas Alva Edison (Erfinder der elektrischen Energie, beharrte auf den Gleichstrom) und dem Serben Nikola Tesla (Erfinder des Wechselstromes) zu Beginn des 20. Jahrhunderts immer mehr durchgesetzt.
Text von Dr. Arch. Irmgard Mitterer zur Verfügung gestellt vom Verein für Kultur und Heimatpflege Etschtal.
Foto von Frau Helene Hube

